Auf die Frage “Wie geht es dir?” muss ich immer direkt rückfragen: Wen meinst Du? Den Bürosklaven, Liebhaber, Vater, Stuttgart-Fan, Vorsitzenden des Elternbeirats, Dieselfahrer, Ehemann, Rasenmäher-Maniac, (noch-) Malboromann?

Von allen Beziehungen, die wir im Laufe eines Lebens pflegen, ist die zu mir selbst die existenziellste.

  1. Die Beziehung zu mir ist wohl die wichtigste im Leben – jedenfalls kann sie nicht in die Brüche gehen oder enden.
  2. Die Beziehung zu mir ist unausweichlich, auch wenn man sich teilweise so verändert, dass man sich kaum noch wiedererkennt, sich manchmal auch selbst nicht leiden kann.

Klar, das intensive Kreisen um sich selbst ist ungesund und führt dazu, dass alle anderen Beziehungen auf Dauer scheitern. Aber ohne die Beschäftigung mit uns selbst geht es in der Umbruchphase des Lebens mit 50plus eben nicht. Das muss nicht gleich pathologisch ausgelegt werden oder ins Esoterische abdriften – mit sich selbst befreundet sein, den Kontakt zum eigenen Inneren nicht zu verlieren und immer wieder liebevoll-kritische Zwiegespräche zu führen, das macht uns Babyboomer stark!