Irgendwann kommt der Gedanke….rollt auf dich zu und lässt sich dann nie wieder ganz verdrängen: was wird eigentlich aus den eigenen Eltern, wenn diese nicht mehr so können? “Nicht mehr so können” – das steht für Hüfte im Eimer, Vergreisen, Demenz, Pflegedauerfall.

Es ist zwar nicht repräsentativ, aber nach vielen Gesprächen mit unterschiedlichen Freunden unserer Generation 50plus scheint das größte Problem beim Umgang mit den eigenen Eltern zu sein, wo sie ihren allerletzten Lebensabschnitt verbringen können. Wie ein gutes Pflegeheim finden? In ihrer Heimat, bei uns in der Nähe oder in fernen, aber günstigen Ländern?

„Kein Ort, nirgends“ ist oft das Gefühl, das unsere Recherche nach einer geeigneten Unterkunft begleitet.

Aber auch auf der Beziehungsebene gilt es, auf diese Veränderungen zu reagieren ….. bisher waren unsere Eltern auf Augenhöhe, waren mitunter auch Ratgeber, wir profitierten von ihrer Erfahrung und Lebensklugheit. Nun müssen wir akzeptieren, dass sich dieses Verhältnis umkehrt, asymmetrischer wird und wir in die Rolle der Ratgebenden oder sogar Bestimmenden kommen.

Unsere eigenen Eltern werden alt, verlieren ihre Automie, werden vielleicht sogar dement oder pflegebedürftig – diese Entwicklung ist geprägt von Abschieden, Verlusten und auch schwerwiegenden Entscheidungen.

Ich habe meine Mutter an einen Ort bringen müssen, von dem ich sage: Ich würde lieber sterben, als dort zu sein! Andererseits ist sie selbst dort ganz zufrieden. Trotzdem ist das schlechte Gewissen seitdem mein dauernder Begleiter. Aber damit werde ich wohl leben müssen.