Wir Boomer sind viele – wie konnte es da passieren, dass wir nicht als Generation wahrgenommen werden?

Unsere Vorgänger hatten das besser drauf: die revolutionären 68er und die Hippies konnten viel anschieben: freie Liebe, gesellschaftliche Modernisierung und Emanzipation in allen Lebensbereichen.

Die politischen Vorstellungen und Lebenswirklichkeiten der Babyboomer dagegen waren viel disparater. Wir organisierten uns in den neuen Bewegungen: Abrüstung, Atomausstieg, Startbahn West, Feminismus, dritte Welt und Umweltschutz und schließlich bei den Grünen und in den neuen NGOs. Nächtelang wurde über all das an den Küchentischen der WG’s diskutiert.

Aber wir genossen auch die Früchte der Hippiebewegung: Sex, Drugs and Rock’n Roll, esoterische Fluchten zu Bhagwan & Co, Aussteigerkolonien in Goa, ars vivendi, Selbsterfahrung bei vino e pasta in der Toskana. Ehrlicherweise muss man zugeben: ein paar Millionen von uns waren und sind einfach nur Hedonisten.

Jetzt ist es an der Zeit, diese unterschiedlichen Vorstellungen und Kräfte zu bündeln und als Generation zusammenzuwachsen.

Wir brauchen diese Energie, um die drängenden Themen zu diskutieren:

  • Gibt es Möglichkeiten, unsere ökonomische und soziale Absicherung politisch zu organisieren, ohne die nachfolgenden Generationen zu belasten?
  • Wie können wir unsere Eigenständigkeit und Lebensfreude in allen Lebensbereichen erhalten?
  • Wenn wir den Stab an die nächsten Generation übergeben, bliebt noch eine Rechnung offen. Wir haben uns nicht genug um die Umwelt gekümmert: Kohleausstieg, Agrarwende und Artenschutz stehen noch auf Babyboomers To-Do-Liste.